Sicher im Hafen, geschützt im Sturm!

Wer ein neues, elf Meter langes Motorboot sein Eigen nennt und damit Europas Wasserstrassen unsicher machen will, kommt an einem Thema nicht vorbei: der Versicherung. Spätestens wenn man in Italien oder Kroatien anlegt, klopft das Gesetz an die Reling, denn die Bootshaftpflicht ist in den meisten Ländern Pflicht. Hier spart man definitiv am falschen Ende. Eine Deckungssumme von mindestens zehn bis fünfzehn Millionen Franken ist absolute Pflicht, denn wenn man beim Anlegen versehentlich die Luxusyacht des Hafenchefs rasiert oder eine historische Steganlage zerlegt, wird es schnell existenzbedrohend. Wichtig ist nur, dass im Vertrag schwarz auf weiss steht, dass der Versicherungsschutz sowohl für die gemütliche Flussidylle (Zone A) als auch für den Wellenritt auf Nordsee oder Mittelmeer (Zone B) gilt.

Weil es sich um ein nagelneues Schiff handelt, ist eine Vollkaskoversicherung – am besten als „All-Risk-Deckung“ – der beste Freund des Skippers. Sie schützt nicht nur vor den Klassikern wie Kollision, Sinken oder Feuer, sondern auch vor ungebetenen Gästen (Diebstahl und Vandalismus) oder üblen Wetterkapriolen im Winterlager. Für ein neues Boot sollte man ausserdem darauf achten, dass in den ersten Jahren der Neuwert und nicht nur der Zeitwert ersetzt wird – und dass die astronomischen Kosten für eine allfällige Bergung oder Wrackbeseitigung zusätzlich zur Versicherungssumme gedeckt sind. Um den Nervenkitzel komplett zu minimieren, lohnen sich Bausteine gegen Maschinenschäden und eine Prise Rechtsschutz, falls man sich im Ausland mal mit einer Werft um eine Reparatur streiten muss. Mein wichtigster Tipp: Lasst die Finger von Standard-Policen für das Auto und geht direkt zu einem spezialisierten Yachtversicherer. Nur dort gibt es eine feste Taxe, die im Fall eines Totalschadens ohne Diskussionen den vereinbarten Wert auszahlt. So schläft es sich auch in der stürmischsten Bucht wie auf Wolke sieben!