Knisternde Romantik ohne Funkenflug
Wer kennt das nicht? Man liegt im milden Abendlicht vor Anker in einer einsamen, friedlichen Bucht. Das Wasser plätschert leise an den Rumpf der Viknes V10, ein kühles Glas Wein ist eingeschenkt, und das Einzige, was jetzt noch zum vollkommenen Glück fehlt, ist der Duft von frischem Fisch oder einem saftigen Steak auf dem Grill. Das perfekte Urlaubsidyll! Doch kaum ist der Wunsch da, beginnt das logistische Grübeln: Welcher Grill passt auf ein Motorboot – und wie betreibt man ihn, ohne die Bordordnung oder die Natur zu gefährden?
Die Befrennstoff-Frage stellte sich schnell. Holzkohle? Fällt komplett durch. Angesichts der omnipräsenten Waldbrandgefahr an den Ufern und den strengen Verboten in vielen Regionen hat glühende Kohle auf dem Schiff nichts verloren. Vom Ruß auf dem sauberen Deck und dem Risiko von Funkenflug auf den Polstern ganz zu schweigen. Und Elektro? Da ich mich (wie beim Generator-Thema beschrieben) bewusst gegen einen lauten Stromerzeuger entschieden habe, fehlt für ein starkes Elektro-Heizelement schlichtweg die Power vor Anker. Somit blieb als einzig logische, saubere und performante Lösung: Gas.
Unter allen evaluierten Modellen stach für mich ein ganz bestimmter Allrounder heraus: der COBB Premier Gas Deluxe (beziehungsweise der COBB Gas Pro). Er ist schlichtweg das Schweizer Taschenmesser unter den Bootgrills und hat mich aus vier klaren Gründen überzeugt:
- Echte Kaltwand-Sicherheit: Durch seine geniale Konstruktion wird die Außenschale während des Grills nicht heiß. Man kann ihn jederzeit mit bloßen Händen hochheben, verstellen oder auf den Cockpittisch stellen, ohne Brandflecken im Teakholz oder Brandblasen an den Fingern zu riskieren.
- Unglaubliche Vielseitigkeit: Mit dem passenden Zubehör ist er weit mehr als nur ein Rost. Ob direktes Grillieren, indirektes Braten, Backen oder sogar Wok-Gerichte – der COBB ist eine vollwerstige Außenküche im Miniformat.
- Mühelose Reinigung: Die Bauweise fängt Fett und Säfte sauber auf. Kein Verkrusten auf unzugänglichen Teilen – nach dem Schlemmen ist er ruckzuck wieder sauber und einsatzbereit.
- Faires Preis-Leistungs-Verhältnis: Für die gebotene Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit muss man nicht das tiefste Loch in die Bordkasse reissen.
Bei der Gasversorgung stand ich vor der Wahl: Festanschluss an die bordeigene Gasflasche oder der Betrieb über kompakte Schraubkartuschen? Zwar hätte der Direktanschluss langfristig ein paar Rappen bei den Gaskosten gespart, doch ich habe mich ganz bewusst für die Kartuschen-Variante entschieden. Die gewonnene Flexibilität ist unbezahlbar: Wenn ich Lust habe, nehme ich den kompakten Grill einfach mit an Land, stelle ihn auf eine Wiese oder einen Felsen direkt ans Ufer und genieße mein Abendessen mitten in der Natur. Kein Schlauch, der begrenzt, keine starre Bindung an die Pflicht. So schmeckt die Freiheit auf dem Wasser erst recht!