Die unromantische Wahrheit über den perfekten Antrieb:

Bei der Motorwahl schlagen zwei Herzen in der Brust eines Skippers: Das eine schwärmt von lautloser Elektromobilität, das andere will einfach nur ankommen. Weil die europäische Lade-Infrastruktur abseits der Hotspots im Sommer aber eher an das letzte Jahrhundert erinnert, fiel der Elektro-Traum schnell ins Wasser. Ich will spontan reisen und nicht meinen Alltag um die nächste freie Steckdose herum planen müssen. Auch Aussenborder machten für mein Projekt keinen Sinn. Sie sind zwar günstig im Unterhalt, aber im stundenlangen, langsamen Geradeauslauf auf Flüssen schlichtweg ineffizient und zudem extrem anfällig für Kollisionen mit Treibgut.

Am Ende siegte die nackte Vernunft in Form des klassischen Diesels: Effizient bei niedrigen Drehzahlen, unschlagbar in der Reichweite und selbst im tiefsten französischen Hinterland problemlos zu betanken. Um das Sorgenfrei-Paket komplett zu machen, fiel die Wahl beim Getriebe ganz bewusst gegen den spritzigen Z-Antrieb und für den bewährten Wellenantrieb. Wenn man auf Flüssen doch mal den Boden knutscht, geht bei einer Welle deutlich weniger kaputt als bei der empfindlichen Z-Technik. Gepaart mit einer leichten Kielführung gleitet mein Schiff nun wie auf Schienen durchs Wasser – wartungsarm, robust und absolut tiefenentspannt.